Der Grime-Heroe und Jungstar Dizzee Rascal hat sich dank mehrer Nr.1-Singles im Vereinigten Königreich mittlerweile vom Underground-Hype zum veritablen Superstar gewandelt, aber hat er immer noch das Zeug dazu musikalisch zu begeistern oder hat der kommerzielle Erfolg seine Kreativität beeinträchtigt?
Gleich zum Start gibt’s auf „Tongue’n’ Cheek“ richtig auf die 12. Der HipHouse-infizierte Banger „Bonkers“ mit Armand van Helden aus New York am Beat sollte allen professionellen Feierheimern eigentlich schon bekannt sein, wenn nicht solltet ihr schleunigst mal wieder im Club eures Vertrauens vorbeischauen. So hört sich Musik an, die einem Mainstream-Publikum gefällt, aber trotzdem genügend Druck und Style besitzt, um ernsthafte Musik-Fans auf die Tanzfläche zu locken. Der nächste Track „Road Rage“ macht dort weiter wo „Bonkers“ aufgehört hat, also mit viel Bass und einem knalligen Beat. „Dance wiv me“ von und mit Calvin Harris hingegen sollte ebenfalls jedem bekannt sein und repräsentiert definitiv den poppigeren Teil des Albums. Der dance-lastige Beat macht das Ganze aber trotzdem noch lange nicht zu einem schlechten Song, im Gegenteil auch hier darf weiter getanzt werden. Anschließend wird’s zunächst „Freaky, Freaky“, bevor „Can’t tek no more“ auch die jamaikanische Community zufrieden stellen dürfte. Zweimal echt gute Songs, die lyrisch zwar nicht die Welt aus den Angeln reißen, aber zumindest gut instrumentiert sind. Außerdem ist Dizzee Rascal einfach einer der wenigen MC’s, die sich wirklich auf jedem Beat gut und ansprechend anhören. Den Sound von „Chillin wiv da Man dem“ würde ich am Ehesten als westcoast-lastig beschreiben. Der Titel ist definitiv einer der entspanntesten Songs auf dem Alben, also perfekt geeignet, um nach dem vielen tanzen und feiern mal ein wenig zu relaxen.
Allerdings schickt bereits der nächste Track „Dirtee Cash“ den Hörer zurük auf die Tanzfläche. Der Titel basiert auf einem 90er-Dance-Hit von „The Adventures of Stevie V“ und ist dementsprechend ziemlich trashig geraten. Die nächsten beiden Titel, „Money Money“ und „Leisure“, sind hingegen sehr gelungen, bevor „Tongue’n’Cheek“ mit „Holiday“ (prod. Von Calvin Harris) seinen poppigsten Moment erlebt. Das wird vielen Grime-Fans sicher nicht gefallen, aber irgendwie ist es doch nur konsequent, dass Dizzee nach seinem großen Erfolg nicht nur noch düstere Beats berappt, sondern einfach mal die schönen Seiten des Lebens feiert. Danach folgt nur noch ein, eher durchschnittlicher Titel („Bad Behaviour“), bevor der Spaß, leider, schon nach 11 Titeln vorbei ist.
Dizee hatte ja vor Kurzem in einem Interview Bekannt gegeben, dass er mit Tongue’n’ Cheek” ein reines Party-Gutelaune-Album à la „Doggystyle“ abliefern wollte. Dieses Vorhaben ist definitiv geglückt, da die komplette LP beim Hörer einfach gute Laune verbreitet. Man darf natürlich darüber streiten, ob das historisch Ausmaß von Snoop Dogg’s erstem Album erreicht wird, man könnte aber auch einfach wieder in Richtung „Tanzschuppen“ torkeln und weiterfeiern..
Bitte sagt mir eure Meinung zum Stil und Inhalt der Review!




blizzy030 4. Oktober 2009 um 11:19
gefällt mir sehr gut die review…..
freue mich auf die nächste…..
weiterso, wie borat sagt I LIIIIKE